Johannis-Paulus-Gemeinde Karlsruhe Südstadt


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Oktober

Monatsspruch

Totschlagargument

Kein Mensch ist gerecht vor Gott.

Diese richtige Einsicht ist falsch, wenn sie zum falschen Zeitpunkt dem Falschen gesagt wird:
wenn einer leidet -
wenn einer krank ist -
wenn einen der Mut verlässt -
wenn einer den Glauben verliert -
wenn einer nur noch klagen kann.

Dann muss er hören:
Ich versuche, dich zu verstehen.
Ich höre dir zu.
Gott lässt dich nicht im Stich.
Du bist wertvoll.

Reinhard Ellsel zum
Monatsspruch Oktober 2011:
Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott?
Hiob 4,17

Gott kennt das gerechte Maß

Erntedankgottesdienst mit Kindergartenkindern. Es wird selbst gebackenes Brot in die Kirche mitgebracht und verteilt. "Teilt es gerecht!" Sofort sind wir Erwachsenen dabei, darauf zu achten, dass alle das gleiche erhalten. Das ist für uns gerecht. Aber die Kinder machen das unbefangen anders, sie teilen so, dass jeder das bekommt, was er braucht. Einer nimmt nur ein kleines Stück – der isst immer so wenig. Ein anderes Kind langt zweimal zu.

Unsere Gerechtigkeit wünscht sich ein Maß, ein Maß, das für alle gilt, für alle gleich ist. Luther hat gefragt nach dem Gott, dem er gerecht werden kann, und hat gemerkt, er kann es nicht, aber Gott kann. Gott kann es schaffen, dass wir gerecht sind und gerecht werden. Er rückt uns ins rechte Licht, ins Licht der Vaterliebe, auch wenn wir keine großen Leuchten sind. Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott? Nur mit Gottvertrauen, nur mit dem Vertrauen darauf, dass Gott mehr als ein Auge zudrückt, dass er eben nicht nach unserem Maß rechnet und richtet.Vielleicht kann ich vor Gott gerecht sein, wenn ich mit leeren Händen dastehe und darauf vertraue, dass er sie füllt. Vielleicht sollte ich eher Loblieder anstimmen und bei Klageliedern die Schuldfrage ausklammern. Denn das kann ich von Hiob lernen: Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen? Und mit Luther kann ich antworten auf die Frage nach dem, was ich für Gott tun kann: Glauben, darauf vertrauen, dass Gott das rechte, das gerechte Maß für mich und mein Leben kennt.


Carmen Jäger



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