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Monatsspruch
Monatsspruch Februar 2012
Alles ist erlaubt – aber nicht alles nützt.
Alles ist erlaubt – aber nicht alles baut auf.
Denkt dabei nicht an euch selbst,
sondern an die anderen.
1. Korinther 10, 23f
Die Würde des Menschen wahren
Ein Weltunternehmen behauptet, nichts sei unmöglich. Und Gott beauftragt die eben erst geschaffenen Menschen, "sich die Erde untertan zu machen und über die Natur zu herrschen." Was davon hat Kirche nicht verstanden mit ihrem "du sollst nicht!" und "du darfst nicht!"? Und wie ist dann die Aussage des Paulus an die Gemeinde in Korinth einzuordnen: "alles ist erlaubt"? Und das gleich zwei Mal.
Ja, diese drei Worte fallen natürlich gleich ins Auge. Es wäre aber nur oberflächlich hingeschaut, fielen uns nicht diese beiden "aber" auf. Paulus sagt eben nicht: Ihr könnt machen, was ihr wollt. Vielmehr bindet er diese pauschale Aussage an eine Voraussetzung: Alles, was wir tun, weil es uns möglich ist, ist daran zu messen, ob es aufbaut, d.h. ob es dem Nächsten dient. Und damit sind wir wieder bei den Worten des Schöpfungsberichtes, wo es heißt, wir sollen uns die Erde untertan machen. Dies unreflektiert umzusetzen, liegt nicht im Auftrag Gottes an den Menschen. Gott ist Schöpfer und wir sind Geschöpfe. Damit haben wir ihm gegenüber eine Verantwortung für das Anvertraute. Und damit auch für das Mitgeschöpf. Wir können nämlich nicht Mensch sein, ohne zugleich Mitmensch zu sein. D.h.: Was immer ich tue, ich muss es daran messen, ob es aufbaut oder niederreißt; ob ich dabei nur an mich denke oder ob ich bei all meinem Tun stets den Mitmenschen in meine Überlegungen einbeziehe.
Damit sind wir jedoch nicht zur Selbstverleugnung aufgerufen. Wer sich ständig selbst verleugnet, wird nämlich krank. Darum spricht Paulus hier von Beziehungen und wie wir erreichen, dass sie gelingen.
Wir leben in einer Welt, in der alles möglich erscheint. Da können Menschen nach Wunsch geschaffen werden. Da kann die Medizin mit weiter verbesserten Methoden und Techniken als Herr über Leben und Tod auftreten. Da ist es weithin selbstverständlich geworden, den Menschen nur noch nach ökonomischem Ertrag und Gewinn zu bilanzieren. Doch darauf mit Weltflucht zu reagieren, wäre falsch. Darum müssen wir uns fragen:
Wie können wir als Christen glaubwürdig in dieser Welt leben und dies verantwortungsvoll vor Gott und dem Mitmenschen? Verantwortung vor Gott heißt: Gott und seinen Auftrag ehren, indem wir dem Nächsten dienen. Wer dem anderen recht dienen will, wird sich mit dessen Wertvorstellungen auseinandersetzen müssen. "Alles ist erlaubt" ist darum daran gebunden, Leben zu ermöglichen. Das kann für mich dann allerdings manchmal auch Verzicht beinhalten.
Peter Koblischke