Johannis-Paulus-Gemeinde Karlsruhe Südstadt


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Dezember

Monatsspruch

Gott ist uns ganz nah Plötzlich findet Katja sich mit einer schrecklichen Diagnose im Krankenhaus wieder. Ein Tumor in der Brust. Bösartig. Die Krankheit unterbricht ihr Leben und stellt alles infrage. Sie fühlt sich von Gott verlassen. Wenn einen das Unglück trifft, gerät der Glaube schlagartig ins Wanken. Wo ist Gott? Warum lässt er das zu? Warum verbirgt er sich, jetzt, wo ich ihn so nötig habe? Das Gefühl, verlassen zu sein, ist ein absolutes. Man weiß nicht, ob es sich je wieder ändern wird. Wie gut, wenn einer da ist, der weiterglaubt: So wie Jesaja vor über zweitausend Jahren. Er ruft den Israeliten sein Hoffnungswort zu, als sie am Boden zerstört sind, verschleppt, in einem fremden Land. Das Gefühl, von Gott verlassen zu sein, dauert nicht ewig, ruft Jesaja. Bald wird er wieder spürbar da sein. Dann holt er euch nach Hause.

Im Gespräch mit einer Seelsorgerin erfährt auch Katja: Die Nähe und der Glaube eines anderen Menschen können mich durch meine Zweifel tragen. Wenn der andere dableibt, dann scheint auch Gott nicht ganz so weit weg. Heute sagt sie: Ja, Gott war da. Ganz in der Nähe. Nur nicht spürbar für mich. Wenn ich zurückschaue, sehe ich, dass seine Liebe die Abwesenheit bei weitem überwogen hat. Und nach einer Pause fügt sie hinzu: Gott hat mich nach Hause geholt. Zu mir selbst. In mein verändertes Leben. Und zu sich. In seinen Vaterarm.

Tina Willms


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