Johannis-Paulus-Gemeinde Karlsruhe Südstadt


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August

Monatsspruch

Beten – ein Weg zur Gesundung von Leib und Seele

In diesen Tagen sind wieder viele Menschen auf der Suche nach Ruhe und Erholung für Leib und Seele. Unser Bibelwort lädt uns auch zu solcher Erholung ein, indem es uns ermutigt, nicht stur an einem Ort oder einer Position zu verharren, sondern uns auf den Weg zu machen mit Bitten, Suchen und Anklopfen, um offen zu bleiben für das, was uns nach Jesu Aussage von Gott verheißen ist.
Aber bereits da fangen die Schwierigkeiten an: Während die einen sagen "da hilft nur noch Beten", entgegnen die anderen "da hilft auch kein Beten mehr"! Ja was denn nun? Gilt Jesu Zusage oder nicht?


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Fotos: pixelio.de /m.e./Claudia35/Simone Hainz

august


die Erlaubnis sich leicht zu fühlen

freiheit spüren

grenzen wahrnehmen

stille im lärm

wind und wellen

leben leben

atmen

die welt umarmen

SEIN sein




Die entscheidende Frage ist: Was verstehen wir unter Bitten, Suchen und Anklopfen? Etwa, dass Gott uns helfen soll, das, was wir für uns als gut erkannt zu haben glauben, erfüllen zu helfen? Das jedoch hieße, Gott zu einem Werkzeug zu degradieren, das wir je nach Bedarf benützen oder beiseite legen können. Aber so einfach ist das nicht. So, wie wir Laufen und Sprechen lernen mussten, so müssen wir Beten auch lernen. Dabei kommt es nämlich weniger auf viele Worte und Perfektion an als vielmehr auf das, was wir unserem Gegenüber vermitteln wollen. Auch wenn der Monatsspruch die Zusage nahe zu legen scheint, Beten wäre eine Angelegenheit mit garantiertem Erfolg, so wissen wir doch alle auch um nicht erhörte Gebete, trotz echter und ernsthafter Anliegen. Trotzdem wäre es ein Fehlschluss zu sagen, dann habe Beten ja keinen Sinn.

Gerade die oft andersgeartete Erhörung von Gebeten will erreichen, dass wir offen bleiben für überraschende Lösungen. Schließlich muss ich doch Gott die Freiheit lassen, wie er antworten will. Anders gesagt: Wir sollten nicht übersehen und verkennen, zu welch kreativen Lösungen Gott fähig und willens ist, zu unserem Besten.
Beten nach dem Verständnis Jesu bedeutet: Ich stelle meine persönliche Befindlichkeit und Bedürftigkeit fest. D.h.: Ich kann klagen, schreien, seufzen oder auch lachen. Ich kann aber auch schweigen, weil ich in meinem tiefen Inneren dankbar bin. Gebet ist also nicht in erster Linie ein Anruf, der auf Antwort wartet, sondern eine Antwort auf die Frage nach meinem "woher" und "wohin"!
Dass hier nicht von grauer Theorie die Rede ist, zeigt sich in den nächsten Versen. Das gibt es tatsächlich in unserem Alltag, dass wir bitten und bekommen, suchen und finden, anklopfen und uns die Tür aufgetan wird. Wenn es das unter uns bei all unserer Unzulänglichkeit gibt, um wie viel mehr wird uns Gott in seiner Liebe das geben, was für unser Leben unerlässlich ist. Das kann das Zur-Ruhe-Kommen im Urlaub sein oder ein Weg aus den Eheproblemen oder ein neuer Zugang zu unseren Kindern, die uns zu entgleiten drohen.

Peter Koblischke


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